Masterarbeit über Projekt „Heimat ist – hier!“

Brigitte Heß
M.A. Interkulturalität und Integration/ Lingue e Letterature Moderne
Fazit zu meiner Masterarbeit: „Heimat ist – hier!“ – Qualitative Studie zu einer Veranstaltungsreihe der Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg
Titelblatt der Master-Arbeit
Auf der Grundlage einer theoretischen Abhandlung zum Phänomen Heimat und in Bezug zu Aspekten der Identität, Migration und Globalisierung habe ich die Studie nach Fragestellungen zur Wirkung der Veranstaltungsreihe aufgebaut. Im Folgenden werde ich die Ergebnisse aus den Interviews mit sieben Migrantinnen in den wesentlichen Punkten darstellen.
Was bewirkt die Seminarreihe?

– Das Angebot kann als niederschwellig in Bezug auf Inhalte, Methoden und sprachlichem Anspruchsniveau bezeichnet werden. Das Interesse der Frauen wird mit den Themen der Einzelveranstaltungen getroffen.
– Die Teilnehmerinnen befürworten den für Frauen reservierten Teilnehmerkreis und bestätigen für sich eine emanzipative Wirkung.
– Die Gelegenheitsstrukturen für soziale, interethnische bzw. interkulturelle Kontakte haben einen hohen Stellenwert. Die Teilnahme ethnischer Deutschen wird gewünscht.
– Für eine Fortführung der Veranstaltungsreihe wird votiert und hierfür werden Eigenaktivitäten angeboten.
• Eine Bereitschaft zur gesellschaftlichen Teilhabe wird von allen Teilnehmerinnen im Reflexionsbogen der Landeszentrale bescheinigt. Ob über die in den Interviews genannten ehrenamtlichen Engagements hinaus in nächster Zeit weitere Ziele vorhanden sind, ist noch unbestimmt.

Hat das Seminar das Bewusstsein zum (neuen) Heimatort verändert?

Am ersten Veranstaltungsabend äußerten die Teilnehmerinnen spontan zu der Frage „Was ist für mich Heimat?“ Elemente wie soziale Beziehungen, Wohlfühlen, Vertrauen, Sicherheit und Religionsfreiheit in Deutschland, die für sie den Heimatverständnisses bilden. Im Vergleich ist festzustellen, dass in den Interviews ähnliche Elemente, wie oben genannt, bestehen bleiben. Jedoch wird eine Veränderung des Heimatbewusstseins als individueller Prozess in der Reflektion und in den Gefühlen wahrgenommen, weil die Einzelnen im Dialog mit den Seminarteilnehmerinnen andere Bedeutungskomponenten kennenlernten. Durch das Seminar wird so der Heimatbegriff ins Bewusstsein gehoben, erweitert und vertieft.
Ausblick
Es gilt also, das aufgeschlossene Potential zur Integration bei Frauen der Minderheitengesellschaft zu sehen und zu fördern. Frauen, die sich in intraethnischen Vereinen, z.B. in den Migranten-Selbstorganisationen, ehrenamtlich engagieren, können zu „Brückenbauerinnen“ werden, die Wege in interethnische Vereine, z.B. in die Sport- oder Musikvereine, und in die Mehrheitsgesellschaft aufzeigen. Interkulturelle Kontakte, Kooperation und Vernetzung können zu bürgerschaftlichem Engagement von Migrantinnen und Migranten führen. Dies bedarf jedoch weiterer Angebote und Initiativen aus der Kommunal- und Landespolitik mit ehrenamtlichem, aber auch hauptamtlichem Engagement. Mit der Veranstaltungsreihe kann es gelingen, Zuwanderinnen aus ihrem begrenzten häuslichen Bereich und den Gruppierungen ihrer eigenen Ethnie herauszuholen und sie für die Integration zu öffnen.
Integration und Beheimatung ist ein komplexer, unabgeschlossener Prozess und braucht Zeit. Dabei sollte die Rolle von Frauen besondere Beachtung finden. Sie wirken als Vorbild für die Identitätsentwicklung der Kinder und stellen in der Regel die sozialen Beziehungen zur Wohnumgebung, zum Kindergarten und Schule her. Beides sind bedeutsame Elemente im Integrationsprozess. In Bezug auf die Zielsetzung der Landeszentrale für die Seminarreihe, Migrantinnen darin zu unterstützen, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren, kann die Seminarreihe als Grundbaustein betrachtet werden. Nachhaltigere Förderungen und Wirkungen könnten durch Verlängerung und Modifikation des Angebots, wie es durch die Fortsetzung der Reihe „Heimat ist – jetzt!“ vorgesehen ist, erreicht werden.

„Das war eine gute Initiative, das war ein sehr schönes, ein sehr sinnvolles Projekt und solche Projekte muss man mehr machen, wirklich. Mehr Veranstaltungen und vielleicht mit solchen kleinen Schritten kommen wir dann doch voran und Integration gelingt“, so lautet das Fazit einer Kursteilnehmerin am Ende des Interviews.

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