Aktiv einmischen!

Titelblatt_Masterarbeit_Goldmann
Tulia Goldmann untersucht die Reihe „Heimat ist –hier! Migrantinnen machen mit“

In ihrer Masterarbeit zum Thema „Partizipation von Frauen mit Migrationshintergrund – Chancen und Grenzen politischer Bildung“ nimmt Tulia Goldmann die Veranstaltungsreihe „Heimat ist – hier! Migrantinnen machen mit“ in den Blick. Die Autorin hat selbst einige Veranstaltungen der Kursreihe besucht und mit fünf Teilnehmerinnen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren gesprochen, um mehr über sie und den Kurs zu erfahren.

In den Gesprächen stellte sich heraus, dass viele der Teilnehmerinnen bereits vor dem Kurs sozial engagiert waren, z.B. in der Nachbarschaftshilfe oder der Schule ihrer Kinder. Tulia Goldmann schreibt, dass die Gesellschaft diese Formen der Partizipation viel mehr anerkennen sollte, als es bisher der Fall ist.

Auch für AnbieterInnen politischer Bildung nennt sie Kriterien, damit diese die Frauen weiter ermuntern können, sich aktiv in Politik und Gesellschaft einzumischen. Angebote der politischen Bildung sollen offen für die Bedürfnisse und Wünsche der Teilnehmerinnen sein, um sie nicht von vorneherein einzuschränken und damit bestehende Ungerechtigkeiten zu verstärken. Darüber hinaus möchte Tulia Goldmann gerne mehr (langfristige) Angebote der politischen Bildung für Frauen mit Migrationshintergrund.

Unter den befragten Frauen ist das Gefühl weit verbreitet, politisch nicht mitbestimmen zu können. Um zu unterstützen, dass sich die Frauen aktiv in die Politik einmischen, stellt Tulia Goldmann auch Forderungen an die Politik: Es sollte eine einfachere Einbürgerung und einen leichteren Zugang zum Wählen geben.

Hat sich durch den Kurs bei den Teilnehmerinnen etwas geändert?

Die Teilnehmerinnen betonen im Gespräch, dass sie sich darüber gefreut haben, im Kurs soziale Kontakte zu knüpfen und mit den anderen Frauen Spaß zu haben. Außerdem fanden sie gut, dass sie neue Informationen über Anlaufstellen und Angebote vor Ort bekommen haben und mehr über Möglichkeiten erfahren haben, wo man sich engagieren kann. Das Fazit Tulia Goldmanns: „Die Seminarreihe [hat] einen Beitrag für die Partizipation der Teilnehmerinnen geleistet“. Als Anstoß gibt die Autorin noch den Wunsch mit, dass auch gesellschaftliche Benachteiligung von MigrantInnen im Kurs thematisiert wird und wie man dagegen vorgehen kann.

Einige der Frauen wünschen sich einen Nachfolgekurs oder die Öffnung des Kurses für alle Frauen, nicht nur mit Migrationshintergrund. Darauf haben die Organisatorinnen bereits reagiert und den Folgekurs „Heimat ist – jetzt!“ z.B. im Winter 2013/14 in Fellbach angeboten. Eines ist jedenfalls klar: Nur durch die Offenheit und das Feedback der Teilnehmerinnen kann das Angebot mit ihnen und in ihrem Sinne gestaltet und weiter entwickelt werden.

Friederike Raiser

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Eine Antwort zu Aktiv einmischen!

  1. Tulia Goldmann schreibt:

    Vielen herzlichen Dank über den tollen Bericht über meine Masterarbeit!

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