Rottweil-Reihe im Rückblick

Ein Heimwehtaschentuch

Ein Heimwehtaschentuch

Am 1. Februar 2014 erlebte das Mehrgenerationenhaus Kapuziner in Rottweil einen großen Besucherandrang: Mit türkischer Live-Musik durch Hüseyin Küsne, einer spannenden Ausstellung von Marja Scholten-Reniers über ihr Projekt „Heimwehtaschentücher“ und leckerem internationalen Büffet begann die Seminarreihe „Heimat ist – hier!“
Die beiden ehrenamtlichen Seminarleiterinnen Anna Liberatore und Petra Karnowka betonten, dass Integrationsarbeit nicht nur für die Migrantinnen und ihre Familien wichtig sei, sondern für die interkulturelle Entwicklung der ganzen Stadt. Dies unterstützte auch Oberbürgermeister Ralf Broß und wies auf die bereits bestehenden Angebote der Stadt hin: internationales Frauenfrühstück, Sprachcafé, Lesepaten und multikultureller Eltern-Mentoren-Kurs. Anschließend berichtet Houma Westphal, gebürtige Kamerunerin, sehr persönlich und eindrücklich, wie Rottweil zu ihrer Heimat wurde. Aufgrund des großen Interesses verschiedener Menschen unterschiedlicher sozialer, politischer und kultureller Herkunft entstanden nach dem offiziellen Teil wertvolle Begegnungen und Gespräche.
Schnell kamen die Frauen unterschiedlicher Nationalität (Estland, Polen, Ungarn, Bosnien, Kasachstan, Ukraine, Russland und Türkei, Deutschland) im Laufe des Seminars miteinander ins Gespräch und analysierten ihren Umgang mit dem Eigenen und dem Fremden. Durch die Vervollständigung des Satzes: „ Eine Person fühlt sich in ihrer neuen Heimat wohl, wenn“, wurde deutlich, dass alle Frauen sich genau dann heimisch fühlen, wenn sie sich in die Gesellschaft einbringen und selbständig leben können. Sie lernten nicht nur Rottweil als Stadt besser kennen, sondern auch als Kommune und als Verwaltung. So nahmen die Seminarteilnehmerinnen beispielsweise an einer Gemeinderatssitzung teil und zwei von ihnen konnten sogar für eine Kandidatur für den Integrationsausschuss gewonnen werden. Ein besonderes Highlight war sicher die Teilnahme am Frauenstadtrundgang, der von der Mitgründerin Margot Groß geleitet wurde. Sie erzählte von ungewöhnlichen Frauen des Mittelalters und der Neuzeit.
Der Kurs wurde von allen als so große persönliche Bereicherung erlebt, dass viele Teilnehmerinnen sich weiterhin treffen wollen. Konkret vereinbart wurde, dass Anna Liberatore und Petra Karnowka einen Workshop zu Auftreten, Durchsetzen, Kleidung und Körpersprache organisieren. Durch die Veranstaltungsreihe ist Rottweil noch ein bisschen mehr zur Heimat geworden.
Seminarbericht
Anna Pfaff, Praktikantin im Fachbereich Frauen und Politik

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