Heimat ist – wir!

Meine Heimat liegt unter dem Himmelszelt. Da, wo ich die Sterne sehen kann.

Meine Heimat liegt unter dem Himmelszelt. Da, wo ich die Sterne sehen kann.

Unter diesem Motto fand vom 17. bis 19. Juli 2015 in Bad Urach im Haus auf der Alb der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg das Theaterprojekt zum Thema ‚Ankommen und Hiersein‘ statt. Die Teilnehmenden nutzten das Wochenende, um sich ganz persönlich durch das Theater dem Thema Heimat zu nähern. Begleitet wurden wir Theaterinteressierte von zwei erfahrenen Theaterpädagoginnen.
Schon beim Einstieg am Freitagnachmittag wurde klar, dass das Thema Heimat für alle etwas sehr persönliches ist. Mit Hilfe von verschiedenen Gegenständen erzählten wir, was uns Heimat bedeutet und wie sich Heimat anfühlt. Aus einem großen Angebot suchten wir die unterschiedlichsten Gegenstände heraus und verknüpften sie mit persönlichen Geschichten. So wurde ein sternförmiges Ausstechförmchen ausgewählt, ein Duschkopf, der das Wasser und die Sehnsucht nach der Ferne darstellte und ein Metermaß, welches der Vater immer bei sich in der Tasche seines Blaumanns trug und das beim Gehen so lustig klapperte. Damit lernten sich alle schon ein wenig kennen und wir ließen dann den lauen Sommerabend gemeinsam ausklingen.
Auch das beeindruckende Ambiente des Hauses nahm uns schnell in seinen Bann. Die geniale Einfachheit und Klarheit der Formen, die Gleichberechtigung in der Bauart und die Transparenz ließen deutlich werden, warum hier oft davon gesprochen wird, dass dieses Haus die steingewordene Demokratie darstellt.
Am Samstagvormittag dachten wir gemeinsam über die Fragen nach: „Wie sehe ich Deutschland?“ Und „was bedeutet Deutschland für mich?“ Aber auch: „Was wünsche ich mir von meinem Wohnort? Was benötige ich, um mich heimisch zu fühlen?“ Unsere Antworten stellten wir als Statuen dar. Das klang zunächst ungewohnt und fremd, aber die Statuen waren schließlich so aussagekräftig und klar, dass wir selbst erstaunt waren über diese Möglichkeit, sich auch ohne Sprache so deutlich ausdrücken zu können.
Nach dem Mittagessen ging es wieder intensiv weiter! Nun spielten wir in Zweierteams eine Szene: Aus einem fremden Land kommt eine Person nach Deutschland und jemand sollte diese Person willkommen heißen. Schnell fanden sich alle in ihre Rollen und wir entwickelten ganz unterschiedliche Willkommensszenarien. Auf einer richtigen Bühne und mit bunten Kostümen führten wir unsere Szenen auf.
Anschließend folgten Darstellungen von einzelnen Personen, die sich ihr Spiel ebenfalls selbst ausdachten und die nur ganz weniger Impulse bedurften, um eine ganz persönliche Darstellung zu entwickeln. Dieser Abend klang voller neuer Eindrücke aus.

„Schon Sonntag!“
„Ist heute wirklich schon der letzte Tag?“
„Ich könnte noch eine ganze Woche so weiter machen!“



Sätze wie diese hörte man am Sonntag beim Frühstück oft. Denn tatsächlich neigte sich das Seminar schon wieder seinem Ende entgegen. Doch bevor wir uns „Auf Wiedersehen“ sagten, stand uns noch eine letzte große Übung bevor.
Drei Gruppen sollten sich unabhängig voneinander eine neue Form der Kommunikation ausdenken. Eine alternative Begrüßungsformel, eine neue Art des Sprechens, des Gehens und des Verhaltens. Anschließend trafen die drei Gruppen wieder auf einander und versuchten sich zu verstehen und Kontakt zueinander aufzunehmen. Wildes Gefauche und Austreten mit den Beinen irritierte genauso wie die Hüte tragende Gruppe, die sich nur auf Italienisch unterhielt. Die dritte Gruppe gab nur Essensgerichte von sich und begrüßte alle mit einem freudigen „Gulasch! Gulasch!“ und wackelte dabei fröhlich mit ihren Hintern. Lustig war, wenn sich trotz sprachlicher Unterschiede die italienische Gruppe mit der Essensgruppe über Bolognese, Carbonara und Spaghetti unterhalten konnte. Welch eine Freude hatten wir beim Spielen! Wir hatten eine Menge Spaß und es wurde viel und heftig gelacht!
Das war ein krönender Abschluss zu einem Seminar, welches vor Vielfalt nur so strotzte! Bei all den unterschiedlichen Theaterübungen war über jede und jeden etwas dabei und ich bin mir sicher, dass wir alle das Seminar noch lange in guter Erinnerung halten werden.
Mirjam Kronschnabel

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